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Hauptstadt der Republik Tschetschenien der Russischen Föderation (III)

<<< Nach der Oktoberrevolution und dem Bürgerkrieg

Im September 1991 versuchten die Tschetschenen unter ihrem Präsidenten Dschochar Dudajew (einem sowjetischen Fliegergeneral, der wegen seiner Bombeneinsätze in Afghanistan ausgezeichnet worden war), ihre staatliche Selbstständigkeit zu erreichen.

Dudajew rief die Republik Itschkeria/Tschetschenien aus. Fast die gesamten Waffenlager der Sowjetarmee wurden zunächst – unter Billigung von Boris Jelzin – von den Tschetschenen übernommen.

Von 1991 bis Ende 1994 war Grosny die Hauptstadt Itschkerias und damit eine Drehscheibe für groß angelegten Schmuggel und Finanzschiebereien (Tschetschenische Aviso-Affäre). Grosny war auch für die in ganz Russland operierenden tschetschenischen Unterweltgruppen ein sicheres Hinterland.

Im Oktober 1994 rückten erstmals russische Panztertruppen nach Grosny vor, wurden aber zurückgeschlagen. Am 11.Dezember begann auf Anweisung Jelzins eine massive Militäraktion. Nach monatelangen schweren Kämpfen wurde die dabei völlig zerstörte Stadt schließlich 1995 ganz erobert.

Im August 1996 konnten tschetschenische Kampfgruppen unter General Aslan Maschadow und dem Feldkommandeur Schamil Bassajew Grosny aber im Handstreich wieder einnehmen.

Nach dem Waffenstillstandsabkommen von Chassawjurt  folgten in Grosny Präsidentenwahlen (Aslan Maschadow gewann diese) und sehr halbherzige Wideraufbauversuche. Die siegreichen Kampfgruppen hatten andere Sorgen, als den Straßenbau.

Im August 1999 löste der Überfall eines starken tschetschenischen Kampfverbandes auf die benachbarte Republik Dagestan den Zweiten Tschetschenienkrieg aus. Nach Bombenanschlägen in Dagestan, Moskau und Wolgadonsk liess Wladimir Putin (noch Premierminister unter Präsident Boris Jelzin) Armee und Luftwaffe zu einer massiven „Anti-Terroroperation“ vorrücken.

Bis Mitte 2000 wurde die Stadt Grosny zum zweiten Mal gründlich zerstört. Die meisten Bewohner flüchteten.

Nach dem Sieg der russischen Militärs übernahm in Grosny als Präsident der tschetschenische Mullah Ahmed-Hadschi Kadyrow die Macht. Kadyrow hatte noch im ersten Tschetschenienkrieg als Mullah den Widerstand unterstützt. Er hatte sich dann aber gegen die islamischen Fundamentalisten gewandt, die immer einflußreicher wurden und auf Moskau orientiert.

Ahmed Kadyrow wurde am 9.Mai 2004 durch einen Bombenanschlag getötet. Sein Sohn Ramsan übernahm seinen Platz, wurde von Moskau gestützt und konnte sich schließlich auch in Wahlen legitimieren lassen.

Seine tschetschenischen Kampfgruppen, die sich zu einem guten Teil auch aus dem ehemaligen Untergrund rekrutieren, konnten die nicht-moskau-orientierten Untergrundgruppen weitgehend liquidieren oder neutralisieren.

2008 ist Ramsan Kadyrow weitgehend unangefochten Präsident Tschetscheniens. Er setzt sich besonders für den Wiederaufbau der Stadt Grosny ein, bei dem beachtliche Erfolge erzielt wurden. Im Oktober 2008 ließ Kadyrow die Hauptstraße Grosnys, den Siegeprospekt, in Putin-Prospekt umbenennen, obwohl Putin das nicht wollte.

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