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Hauptstadt der Republik Tschetschenien der Russischen Föderation (I)

Grosny – die Schreckliche, Drohende und Furchteinflössende

Einst als mächtige Festung gegründet war Grosny vor 1995 eine der schönsten Städte im Nordkaukasus. 1995 und 1996 wurde Grosny zerbombt und zerschossen, das Zentrum zerstört. Im zweiten Tschetschenienkrieg ab 1999 wurde vernichtet, was den ersten Krieg überstanden hatte. Fünf Jahre später begann in der Trümmerwüste des Zentrums von Grosny ein beeindruckender Wiederaufbau.

Grosny ist heute Hauptstadt der Republik Tschetschenien der Russischen Föderation, Sitz des Parlamentes, der Regierung und des Präsidenten (2008 – Ramsan Kadyrow). Gegenwärtig leben etwa 230.000 Menschen, fast ausschließlich Tschetschenien, in der Stadt. 1994 waren es etwa 390.000 gewesen, darunter noch viele Russen, Ukrainer und andere Nationalitäten. Die Tschetschenen und Inguschen aus dem benachbarten Inguschetien bilden zusammen die die etnische Gruppe der Wainachen.

Grosny ist mit einer Ölraffinerie auch bedeutender Industriestandort. Durch Grosny verläuft die Fernstraße Moskau-Rostow-Baku und die Eisenbahnlinie Moskau-Baku. Grosny hat einen Flugplatz.

Unter dem Namen „Grosnaja“ wurde die Stadt 1818 als russische Festung auf Anweisung des Generals Jermolow am Sunscha-Fluss errichtet. Sie hatte im Krieg gegen die tschetschenischen Aufständischen von Anfang an eine Schlüsselposition im Vorfeld der großen Kaukasuskette, zwischen dem Fluss Terek und den Bergen. Ohne „Grosnaja“ hätte Tschetschenien nicht unterworfen werden können.

In „Grosnaja“ leisteten die Dichter Michail Lermontow (1840) und Lew Tolstoi (1851-54) ihren Wehrdienst. Lermontow beschrieb die Kaukasusszenerie in dem Roman „Ein Held unserer Zeit“. Lew Tolstoi widmete dem Widerstand der Tschetschenen den Roman „Hadschi Murat“.

Nach der Niederwerfung der Tschetschenen unter ihrem Anführer Schamil verlor die Stadt, die inzwischen Grosny hieß (Die Stadt ist im Russischen männlich und Grosny ist die männliche Form von Grosnaja), um 1870 ihre militärische Funktion, gewann aber sehr schnell Bedeutung. Der Bau der Eisenbahnlinie Beslan-Grosny-Baku half, die reichen Erdölvorkommen von Grosny zu erschließen. 1917 arbeiteten bei Grosny 386 Ölförderanlagen.


Fortsetzung: Nach Oktoberrevolution und Bürgerkrieg ...